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<title>Hauptsendezeit</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Hauptsendezeit</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Hauptsendezeit</b> (in <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a> alternativ <i>Hauptabendprogramm</i>, auch <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">prime time</span> oder <span lang="en"><i>primetime</i></span> für die „wichtigste Zeit“) ist in <a href="H%C3%B6rfunk" title="Hörfunk">Hörfunk</a> und <a href="Fernsehen" title="Fernsehen">Fernsehen</a> der Zeitraum der höchsten Hörbeteiligung oder Fernsehnutzung.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Allgemeines">Allgemeines</h2></div>
<p>Die Unterscheidung zwischen der Hauptsendezeit und den Sendezeiten vorher und danach ist für die Platzierung von Radio- und Fernsehsendungen von großer Bedeutung, da hiervon Hör- und Sehbeteiligung sowie <a href="Marktanteil" title="Marktanteil">Marktanteile</a> abhängen. Insbesondere die <a href="Privatfernsehen" title="Privatfernsehen">privaten Fernseh</a>- und <a href="Privatradio" class="mw-redirect" title="Privatradio">Radiosender</a> sind auf diese Unterscheidung angewiesen, weil sie pro Werbeminute während der Hauptsendezeit die höchsten Werbeeinnahmen generieren können. Um dies zu gewährleisten, müssen die Radio- und Fernsehsender ihr Programmangebot an den Tagesverlauf des Publikums anpassen, wobei mittels „<span lang="en">dayparting</span>“ verschiedene Zeitabschnitte innerhalb eines Tages festgelegt werden.<sup id="cite_ref-förster_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-förster-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dabei berücksichtigt das <i>vertikale dayparting</i> die während eines Tages wechselnden Hörer- oder Zuschauerschichten, denen jeweils zielgruppenspezifische Programme angeboten werden. Die <i>horizontale Programmierung</i> hingegen geht vom Wochenverlauf aus und versucht, mit „<a href="Stripping_(Rundfunk%C3%B6konomie)" title="Stripping (Rundfunkökonomie)">Stripping</a>“ auf dem gleichen <a href="Sendeplatz" title="Sendeplatz">Sendeplatz</a> <a href="Fernsehserie" title="Fernsehserie">Fernsehserien</a> zu positionieren, um eine Programmbindung des Publikums zu erzielen.<sup id="cite_ref-förster_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-förster-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hörfunk_und_Fernsehen"><span id="H.C3.B6rfunk_und_Fernsehen"></span>Hörfunk und Fernsehen</h2></div>
<p>Die Hauptsendezeit orientiert sich an den Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten. Diese sind in Radio und Fernsehen extrem unterschiedlich. International hängt das Zeitfenster der Hauptsendezeit auch von den soziokulturellen Bedingungen ab, die die Hör- und Sehgewohnheiten beeinflussen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hörfunk"><span id="H.C3.B6rfunk"></span>Hörfunk</h3></div>
<p>Im <a href="Liste_der_H%C3%B6rfunksender" class="mw-redirect" title="Liste der Hörfunksender">Radio</a> wird die Hauptsendezeit auch als „<a href="Drive_Time" title="Drive Time">Drive Time</a>“ bezeichnet, die zwischen 06:00 und 09:00 Uhr und 16:00 bis 19:00 Uhr liegt und die <a href="Pendler" title="Pendler">Pendler</a> über <a href="Autoradio" title="Autoradio">Autoradio</a> erreichen soll. Sendungen, die einen Sendeplatz in jenem Zeitraum erhalten, können mit den höchsten <a href="Einschaltquote" title="Einschaltquote">Einschaltquoten</a> rechnen. Dazwischen befindet sich die Zeitspanne der „<span lang="en">daytime</span>“.<sup id="cite_ref-rogers_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-rogers-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jede Sendung außerhalb dieses Kernprogrammbereichs erreicht nur einen relativ kleinen Teil des Publikums.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Während der „drive time“ werden im Radio zielgruppenspezifische Sendungen ausgestrahlt. Dazu gehören neben Musik der <a href="Verkehrsfunk" title="Verkehrsfunk">Verkehrsfunk</a>, häufige <a href="Zeitansage" title="Zeitansage">Zeitansagen</a> oder spezifische <a href="Radiowerbung" title="Radiowerbung">Radiowerbung</a> wie Autowerbung; vermieden werden stark ablenkende oder langatmige <a href="Interview" title="Interview">Interviews</a>. Typisch ist auch der Intervall von <a href="Nachrichten" title="Nachrichten">Nachrichtensendungen</a>, die oft im halbstündigen Abstand folgen. Auch in den USA ist die „drive time“ ein wichtiger Teil der täglichen Nachrichtensendungen, zumal es die einzige Zeitspanne ist, wo die Zuhörerzahlen bei den Radionachrichten die Fernsehnachrichten übersteigen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch <a href="Spartenprogramm" title="Spartenprogramm">Spartenprogramme</a> orientieren sich nach Möglichkeit an jenem Programmformat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fernsehen">Fernsehen</h3></div>
<p>Im Fernsehen kann man wochentags zwischen den morgendlichen Sendeplätzen (07.00 bis 09.00 Uhr), Tageszeit (09:00 bis 16:30 Uhr), dem „<span lang="en">early fringe</span>“ (auch: <i><span lang="en">access prime time</span></i> oder <i><span lang="en">pre prime time</span></i>; ab 17:00 bis 20:00 Uhr bzw. 16:30 bis 19:30 Uhr), der „<span lang="en">prime time</span>“ (20:00 bis 23:00 Uhr), dem „<span lang="en">late fringe</span>“ (23:00 bis 01:00 Uhr) und dem „<span lang="en">late night</span>“ (01:00 bis 07:00 Uhr) unterscheiden.<sup id="cite_ref-rogers_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-rogers-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jeder dieser Zeiträume besitzt eine spezifische Zusammensetzung des Publikums, denn „daytime“ erreicht überwiegend <a href="Hausfrau" title="Hausfrau">Hausfrauen</a> und <a href="Rentner" title="Rentner">Rentner</a>, während „late night“ auf <a href="Schichtarbeit" title="Schichtarbeit">Schichtarbeiter</a> und <a href="Nachtmensch" class="mw-redirect" title="Nachtmensch">Nachtmenschen</a> trifft. Die Hauptsendezeit indes vereinigt alle Familien. Diese Zuschauerschichten werden als <a href="Zielgruppe" title="Zielgruppe">Zielgruppe</a> mit einem auf sie zugeschnittenen Programm- und Werbeangebot bedient. Der Sendeplatz der <i>access prime time</i> ist in Deutschland und Österreich vorzugsweise mit <a href="Boulevard_(Medien)" title="Boulevard (Medien)">Boulevardmagazinen</a>, <a href="Seifenoper" title="Seifenoper">Seifenopern</a> und <a href="Sitcom" title="Sitcom">Sitcoms</a> belegt. Im deutschen öffentlichen Fernsehen ist die Platzierung teurer Produktionen während der Hauptsendezeit ohne Belang, da sie gemäß § 16 Abs. 1 <a href="Rundfunkstaatsvertrag" title="Rundfunkstaatsvertrag">Rundfunkstaatsvertrag</a> einem totalen Werbeverbot unterliegt. Werden hier teure Produktionen gezeigt, müssen sie aus den allgemeinen <a href="Einnahme" title="Einnahme">Einnahmen</a> finanziert werden, da spezifische Werbeeinnahmen nicht generiert werden dürfen. Im Privatfernsehen hingegen erzielen die Sendeplätze während der „prime time“ die höchsten Werbeeinnahmen pro Minute, sodass ein hoher <a href="Deckungsbeitrag" title="Deckungsbeitrag">Deckungsbeitrag</a> bei <a href="Filmrecht" class="mw-redirect" title="Filmrecht">Filmrechten</a> erzielt werden kann. Im Zeitfenster der Hauptsendezeit ist die Fernsehnutzung der für Werbetreibende besonders wichtigen <a href="Werberelevante_Zielgruppe" title="Werberelevante Zielgruppe">werberelevanten Zielgruppe</a> besonders groß.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im US-amerikanischen Fernsehen ist die Hauptsendezeit in Teilphasen aufgeteilt. „Early evening“ oder „early fringe“ ist zwischen 17:00 und 19:30, während zwischen 19:30 und 21:00 Uhr die „peak time“ mit den höchsten Einschaltquoten liegt. Ab 23:00 Uhr beginnt „late evening“ oder „late fringe“. Hier ist „prime time“ der Zeitraum von 20:00&nbsp;Uhr (sonntags schon 19:00&nbsp;Uhr) bis 23:00&nbsp;Uhr in den Küsten-<a href="Zeitzone" title="Zeitzone">Zeitzonen</a> bzw. 19:00&nbsp;Uhr (sonntags 18:00&nbsp;Uhr) bis 22:00&nbsp;Uhr in den Inlands-Zeitzonen, in dem die Fernsehnutzung besonders hoch ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bindung">Bindung</h2></div>
<p>Es ist das Ziel von Radio und Fernsehen, die zur Hauptsendezeit gewonnenen Zuhörer/Zuschauer möglichst vollständig auch für die nachfolgenden Sendungen zu gewinnen.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das kann technisch durch Vorabschaltungen im <a href="Split_Screen" title="Split Screen">Split Screen</a> oder durch neugierig machende Programmhinweise gefördert werden. Die Rezipienten scheinen oft mehrere Sendungen hintereinander zu konsumieren, da sie sowohl Anfang als auch Ende sehen wollen, zumal es nur wenige zur gleichen Zeit beginnende Alternativen bei anderen Sendern gibt.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gemessen wird diese Zuschauerbindung, insbesondere aber auch die Wanderbewegungen der Zuschauer zwischen aufeinanderfolgenden Sendungen oder bei <a href="Werbespot" title="Werbespot">Werbespots</a>, durch den <a href="Audience_Flow" title="Audience Flow">Audience Flow</a>.
</p><p>Zuschauerbindung hängt von der Wiedererkennbarkeit und Wiederholbarkeit ab, den wesentlichen Attributen von Fernsehserien. Aber auch <a href="Spielshow" title="Spielshow">Spielshows</a> oder <a href="Castingshow" title="Castingshow">Castingshows</a> erfüllen diese Kriterien und werden deshalb bevorzugt zur Hauptsendezeit ausgestrahlt. Eine Zuschauerbindung kann hingegen nicht hergestellt werden, wenn eine Fernsehserie an verschiedenen Sendeplätzen ausgestrahlt wird.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Deutschland">Deutschland</h2></div>
<p>Die Regelungen zur Hauptsendezeit finden sich in Deutschland in den <a href="Landesmediengesetz" title="Landesmediengesetz">Landesmediengesetzen</a>. Nach § 33b Abs. 3 LMG NRW liegt die Hauptsendezeit im Hörfunk regelmäßig in der Zeit zwischen 06:00 Uhr und 12:00 Uhr, im Fernsehen in der Zeit zwischen 19:00 Uhr und 23:00 Uhr. In § 6 Abs. 2 Satz 4 des niedersächsischen Mediengesetzes ist die „Hauptsendezeit im Hörfunk regelmäßig in der Zeit zwischen 06:00 und 13:00 Uhr, im Fernsehen regelmäßig in der Zeit zwischen 19:00 und 23:00 Uhr, mit Ausnahme des lokalen oder regionalen Fernsehens, bei dem die Hauptsendezeit regelmäßig in der Zeit zwischen 15:00 und 20:00 Uhr liegt.“ Hieraus ist erkennbar, dass es selbst innerhalb von Deutschland keine einheitliche Hauptsendezeit gibt.
</p><p>Spielfilme und andere Fernsehsendungen in der Hauptsendezeit beginnen auf den meisten Programmen allerdings erst um 20:15&nbsp;Uhr. Versuche, diese bereits um 20:00&nbsp;Uhr starten zu lassen, haben sich nicht durchgesetzt. Der Grund für das Beharren des Publikums auf 20:15&nbsp;Uhr als Startzeit der „prime time“ ist der über Jahrzehnte etablierte Sendeplatz der <a href="Nachrichtensendung" class="mw-redirect" title="Nachrichtensendung">Nachrichtensendung</a> <i><a href="Tagesschau_(ARD)" title="Tagesschau (ARD)">Tagesschau</a></i> von 20:00 bis 20:15&nbsp;Uhr. Nicht nur, dass diese Sendung selbst viele Stammseher bindet, ihr gut eingeführter Termin hat auch dazu geführt, dass die meisten Zuschauer erwarten, dass Sendungen um 20:15&nbsp;Uhr beginnen&nbsp;– selbst diejenigen, die die <i>Tagesschau</i> nicht sehen, schalten oft erst gegen 20:15&nbsp;Uhr ein. Eine Ausnahme bildet der Fernsehsender <a href="Comedy_Central_Deutschland" title="Comedy Central Deutschland">Comedy Central Deutschland</a>, seine Sendungen finden meist vor 20:15 Uhr statt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Programminhalte">Programminhalte</h3></div>
<p>Die <a href="%C3%96ffentlich-rechtlicher_Rundfunk" title="Öffentlich-rechtlicher Rundfunk">öffentlichen Sender</a> hatten während der Hauptsendezeit 1999 einen Schwerpunkt auf Programmen mit Informationen oder Nachrichten (<a href="ARD" title="ARD">ARD</a> 39,3&nbsp;%, <a href="ZDF" title="ZDF">ZDF</a>: 45,4&nbsp;%), während <a href="RTL_Television" title="RTL Television">RTL</a> mit 24,7&nbsp;% deutlich zurücklag.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Umgekehrt sind die Verhältnisse bei <a href="Fiktion" title="Fiktion">Fiktion</a>. <a href="ProSieben" title="ProSieben">ProSieben</a> führt hier mit 47,6&nbsp;%, gefolgt von RTL mit 45,3&nbsp;% (ARD: 35,7&nbsp;%, ZDF: 31,2&nbsp;%).
</p><p>Mitte der 1970er Jahre wurden bei ARD und ZDF die <a href="Politmagazin" title="Politmagazin">Politmagazine</a> von der Hauptsendezeit in den späteren Abend verschoben, um diese begehrten Sendeplätze für Unterhaltungsangebote freizumachen.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Hauptsendezeit nach 20:15 Uhr war ab 1978 der Unterhaltung vorbehalten, politische Magazine mussten auf 21:00 Uhr weichen,<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und später sogar auf 21:45 Uhr. Die ARD müsse „um 20:15 Uhr ein Angebot für Mehrheiten machen“, erkannte der ARD-Unterhaltungskoordinator.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Landesmedienrecht ist zudem geregelt, dass 30&nbsp;% eines <a href="Fensterprogramm" title="Fensterprogramm">Fensterprogramms</a> in der Hauptsendezeit liegen muss (§ 27 Abs. 2 LMG NRW).
</p><p>Zuschauermagnete wie <a href="Live-%C3%9Cbertragung" class="mw-redirect" title="Live-Übertragung">Live-Übertragungen</a> (Sportsendungen, royale Hochzeiten) werden nach Möglichkeit so geplant, dass sie zur Hauptsendezeit ausgestrahlt werden können; wichtige Entscheidungen bei den <a href="Olympische_Spiele" title="Olympische Spiele">Olympischen Spielen</a> müssen während der amerikanischen Hauptsendezeit live ausgetragen werden können.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hauptsendezeit_und_Werbung">Hauptsendezeit und Werbung</h3></div>
<p>Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unterliegen ab 20:00 Uhr nach dem Rundfunkstaatsvertrag einem totalen Verbot der Fernsehwerbung. Hingegen gibt es für die privaten Sender diese Beschränkung nicht. Sie können zur „prime time“ auf massenattraktive Programmangebote, vornehmlich aus dem Unterhaltungsbereich, zurückgreifen.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese sorgen für hohe Einschaltquoten und damit für hohe Werbeeinnahmen während der teuersten Werbezeit pro Minute. Eine <a href="Fernsehproduktion" title="Fernsehproduktion">Fernsehproduktion</a> hat sich gelohnt, wenn ihre Kosten geringer sind als die während der Sendung eingespielten Werbeeinnahmen. Diese Wahrscheinlichkeit ist am höchsten im Zeitfenster der „prime time“. Es kann dabei zu Nachfrageüberhängen nach Werbemöglichkeiten während der Hauptsendezeit kommen, was die Sender durch entsprechende Preispolitik auf andere Sendeplätze im Sinne einer Gesamttag-Optimierung umzuleiten versuchen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei den Privaten wurde der Werbespot-Anteil kontinuierlich zu Gunsten der „daytime“ oder „late evening“ abgebaut; diese so genannte „Prime time-Entzerrung“ wird durch attraktive Sendungen vor oder nach der Hauptsendezeit zu erreichen versucht.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h2></div>
<p>Vergleichbar mit Deutschland beginnt auch in Österreich die Hauptsendezeit im Allgemeinen um 20:15 Uhr,<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> da auch hier die Fernsehnutzung der von Werbetreibenden besonders beachteten Zielgruppe am größten ist. Diese Zielgruppe besteht aus Personen im Alter von 12 bis 49 Jahren.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es gibt allerdings keine genormte Definition des Ausdrucks „Hauptsendezeit“. So wird umgangssprachlich eine zwei Stunden andauernde Zeitspanne als <i>Prime Time</i> bezeichnet, welche um 20:15 Uhr beginnt. Laut dem österreichischen Zweig der <i>SevenOne Media</i> fängt das Hauptabendprogramm bereits 15 Minuten früher an, der <a href="ORF" class="mw-redirect" title="ORF">ORF</a> lässt bereits um 19:25 Uhr die Hauptsendezeit beginnen.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schweiz">Schweiz</h2></div>
<p>In der <a href="Deutschschweiz" title="Deutschschweiz">Deutschschweiz</a> hat sich die Hauptsendezeit um 20:00&nbsp;Uhr durchgesetzt. Die Hauptnachrichtensendung <a href="Tagesschau_(SRF)" title="Tagesschau (SRF)">Tagesschau</a> beginnt dort bereits um 19:30&nbsp;Uhr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="International">International</h2></div>
<p>In Europa machen fiktionale Eigenproduktionen den größten Anteil in der Hauptsendezeit aus. Dabei dominieren in den Ländern mit hohem Eigenproduktionsanteil die heimischen Produktionen. In Großbritannien machen die einheimischen Produktionen zur Hauptsendezeit 62&nbsp;% aus, in Frankreich 71&nbsp;%, Deutschland kommt auf 70&nbsp;%, Spanien auf 43&nbsp;% und Italien erreicht 46&nbsp;%.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Frankreich gibt es eine Quotenregelung, wonach in der Hauptsendezeit 50&nbsp;% aller ausgestrahlten Sendungen französischen oder europäischen Ursprungs sein müssen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es gibt Seifenopern, die eigens für die „prime time“ konzipiert sind („prime time soaps“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frankreich">Frankreich</h3></div>
<p>In <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> beginnt die Hauptsendezeit (<i>Première partie de soirée</i>) zwischen 20:40 und 21:00 Uhr und endet gegen 23:30 Uhr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Niederlande">Niederlande</h3></div>
<p>Ähnlich wie in Deutschland darf die niederländische Hauptsendezeit nicht mit der Nachrichtensendung des <i>NOS Journaal</i> kollidieren und beginnt deshalb erst um 20:30 Uhr und endet gegen 22:30 Uhr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Japan">Japan</h3></div>
<p>Im <a href="Japanisches_Fernsehen" class="mw-redirect" title="Japanisches Fernsehen">japanischen Fernsehen</a> dauert die Hauptsendezeit von 19:00 bis 23:00&nbsp;Uhr. Davon wird noch eine Art „Super Prime Time“ unterschieden, die <a href="Golden_Time" title="Golden Time">Golden Time</a>, die von 19:00 bis 22:00&nbsp;Uhr dauert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dwdl.de/article/news_11136,00.html">„Beste Sendezeit“: Ist 21:15&nbsp;Uhr das neue 20:15&nbsp;Uhr?</a>&nbsp;– Artikel in <a href="DWDL.de" title="DWDL.de">DWDL.de</a></li>
<li><a href="Arbeitsgemeinschaft_Fernsehforschung" class="mw-redirect" title="Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung">Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.agf.de/daten/tvdaten/sehbeteiligung/">Sehbeteiligung in Prozent im Tagesverlauf</a> Hauptsendezeit in Deutschland (Grafik)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-förster-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-förster_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-förster_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Kati Förster, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=bAjU43bcZ00C&amp;pg=PA110&amp;dq=acces+prime+time&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=Gcw4UeSrL4TTsgbn9ICwBg&amp;ved=0CDEQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=acces%20prime%20time&amp;f=false"><i>Strategien erfolgreicher TV-Marken</i></a>, 2011, S. 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-rogers-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-rogers_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-rogers_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Stewart Clark Rogers, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=zpW3d2-95CUC&amp;pg=PA104&amp;dq=h%C3%B6rfunk+drive+time&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=FT42UYnyHofHswaE_IDIBA&amp;ved=0CEEQ6AEwAg#v=onepage&amp;q=h%C3%B6rfunk%20drive%20time&amp;f=false"><i>Marketing Strategies</i></a>, 2001, S. 104</span>
</li>
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